Der Festabend zum 500. Jubiläum der Reformation am Werner-von-Siemens-Gymnasium bot einen neuen Blick auf die Reformationsgeschichte und stärkte durch konfessionsübergreifende Gespräche die Ökumene.

Ist von der Reformation die Rede, denken viele sofort an den Augustiner-Mönch Martin Luther, der seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche hämmert. Abgesehen davon, dass der Thesenanschlag wohl ins Reich der Legenden gehört, muss auch davon Abschied genommen werden, dass die Reformation ein Alleingang Luthers war. Vielmehr war sie eine Massenbewegung, an der Gelehrte, Adelige, aber auch einfache Leute beteiligt waren.
Darüber und über die Rolle der Frauen in dieser Bewegung referierte Mirjam Loos von der Ludwig-Maximilian-Universität München. In ihrem Vortrag „Alles Luther oder was?“ beleuchtete sie exemplarisch die Lebenswege von Argula von Grumbach, Caritas Pirckheimer und Katharina Gerlach auf die Reformation. Ob als Publizistin, wie Argula von Grumbach, oder als Druckerin, wie Katharina Gerlach – die Reformation wäre ohne die Mithilfe der Frauen wohl nicht möglich gewesen.
Der Festvortrag war jedoch nur ein Teil des sehr abwechslungsreichen Abends. Schüler aus der 8. Klasse präsentierten ihren Luther-Rap, den sie selbst im Rahmen des Evangelischen Religionsunterrichts verfasst und vertont hatten. Später stellten die Schüler des P-Seminars „500 Jahre Reformation“ ihr fertiggestelltes Projekt vor: eine digitale Schnitzeljagd durch Regensburg. Mit Hilfe der Plattform „Actionbound“ erstellte die Schülergruppe im vergangenen Halbjahr eine Route, die mit einem Smartphone und der App „Actionbound“ aufgerufen werden kann. Der Nutzer wird dann per GPS durch die Altstadt von Regensburg geführt und bekommt an den Stationen Informationen über wichtige Ereignisse aus der Reformationsgeschichte, die mit Hilfe unterschiedlicher Medien auf unterhaltsame Weise vermittelt werden. Durch Fragen und Aufgaben wird er selbst in das Geschehen mit eingebunden.
Danach hatten die Besucher noch Gelegenheit, bei einem geselligen Beisammensein das Buffet und diverse Luther-Schmankerl zu genießen und bei einem kühlen Schluck Luther-Bier schließlich auf die Ökumene anzustoßen.