Werner-von-Siemens-Gymnasium Regensburg

Albert-Schweitzer-Realschule

In Kooperation mit dem SSV Jahn Regensburg, dem SV Burgweinting , der DJK Regensburg 06 und der Willi-Ulfig-Mittelschule

1. Allgemeines

Seit dem Schuljahr 2000/01 ist das Werner-von-Siemens-Gymnasium der erste Leistungsstützpunkt für Fußball in der Oberpfalz.
Am 15./16. April 2002 stellte der Stützpunktleiter Günter Hödl das Projekt im Rahmen des Kongresses „Bündnis für den Fußball – Schule, Verein, Verband“ vor, der vom Deutschen-Fußball-Bund (DFB), der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK) und der Sportministerkonferenz der Länder (SMK) in Potsdam veranstaltet wurde. Dabei wurde das Modell u.a. wegen der intensiven Kooperation mit dem DFB-Talentförderprogramm als Mustermodell für Deutschland bezeichnet.
Am 11. März 2003 fand deshalb eine Informationsveranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus und des Bayerischen Fußball-Verbandes für ostbayerische Schulen statt. Dabei wurde das Pilotprojekt am Werner-von-Siemens-Gymasium vor zahlreichen ostbayerischen Schulleitern und interessierten Lehrkräften in Regensburg präsentiert. Als direkte Folge dieser Veranstaltung entstanden mehrere Leistungsstützpunkte für Fußball in Ostbayern.
In der Zeitschrift „DFB-Talentförderung Intern“ wurde das Modell im Juli 2004 als Pilotprojekt für die landesweiten Kooperationen von Schule, Verein und DFB-Stützpunkt vorgestellt.
2005 wurde das Projekt Stützpunktschule Fußball mit dem Aumüller Schulpreis für „besonderes Engagement in zeitgemäßer Lehre und zur Förderung einer hohen Qualität der schulischen Bildung“ ausgezeichnet.
Beim 2. Schulfußball-Kongress in Potsdam am 6./7. Oktober 2008 wurde das erfolgreiche Modell erneut als eines von zwei Projekten in Deutschland ausgewählt. StD Josef Thalhammer erhielt dabei zusammen mit dem DFB-Koordinator für Ostbayern, Michael Köllner, die Gelegenheit, vor zahlreichen Vertretern der Kultus- und Sportministerien der Länder und hochrangigen DFB-Präsidiumsmitgliedern (unter ihnen DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger) über das Konzept zu referieren.

2. Ablauf

In insgesamt vier Wochenstunden werden die talentiertesten Fußballer der Schulen, die zuvor hinsichtlich relevanter Sichtungskriterien ausgewählt wurden, intensiv im technischen und taktischen Bereich geschult. Dabei trainieren die Kinder in zwei Trainingsgruppen, die alters- und leistungsgemäß getrennt sind: die Gruppe 1 (5. Klassen) trainiert jeden Mittwoch von 13:30 – 15:00 Uhr, die Gruppe 2 (6. – 7. Klassen) von 15:00 – 16:30 Uhr.
Die Besonderheit des Projekts ist die intensive Zusammenarbeit von Schule, Verein und Verband. Qualifizierte Trainer aus den Partnervereinen SSV Jahn Regensburg und DJK 06 Regensburg, mit denen jeweils Sportarbeitsgemeinschaften (SAGs) abgeschlossen wurden, fördern in Zusammenarbeit mit den Stützpunktleitern Günter Hödl und Günter Brandl (A-Lizenz-Inhaber bzw. Fußballlehrer) die ausgewählten Schüler. Außerdem werden Schülerinnen und Schüler ab der10. Klasse im Rahmen ihrer Ausbildung zum DFB-JUNIOR-COACH an die Trainertätigkeit herangeführt und übernehmen im Laufe der Ausbildung auch Co-Trainertätigkeiten in ihren Vereinen oder in der Schule. Diese Schüler können anschließend in der Oberstufe im Rahmen eines P-Seminars die C-Lizenz Profil Kinder und Jugend erwerben und verlassen die Schule nach einer mehrjährigen vielseitigen Fußballausbildung mit einer wertvollen Trainerlizenz.

3. Ziele

Durch die Einbeziehung qualifizierter Trainer sollen attraktive und anspruchsvolle Trainingseinheiten angeboten werden, die dazu beitragen, den Schülern Spaß und Freude am Fußball zu vermitteln. Darüber hinaus wird eine zusätzliche leistungssportliche Förderung regionaler Talente angestrebt. Das wöchentliche Stützpunkttraining ist zum einen Ergänzung und Erweiterung des DFB-Stützpunktprogramms, zum anderen eine Ausdehnung der Fördermaßnahmen auf Spieler, die nicht am Talentförderprogramm des DFB teilnehmen können. Damit wird eine breitere Basis bei der Talentförderung geschaffen und die Zusammenarbeit zwischen Schule, Verein und Verband optimiert.

4. Umsetzung

Bei der Umsetzung des Projekts hat sich die Festsetzung bestimmter Trainingstage und unterschiedlicher Trainingsgruppen bewährt. Diese Trainingsgruppen werden von jeweils zwei bis drei Trainern betreut, die sich intensiv der individuellen Förderung der Spieler widmen. Die Koordination und Gestaltung der Trainingseinheiten erfolgt in Absprache mit den Stützpunktleitern, die jede Einheit leiten. Dabei wird der Rahmentrainingsplan der DFB-Talentförderung als Grundlage der Trainingsplanung herangezogen.

5. Erfolge

Größte Erfolge sind neben mehreren Stadt- und Bezirksmeistertiteln der Gewinn der nordbayerischen Meisterschaft 2009 und 2005 in den WK III und IV sowie der jeweils 3. Platz unter 650 Schulen auf Bayernebene ebenfalls in den WK III und IV. In den Jahren 2015 (WK III Jungen), 2016 (WK IV Mädchen) und 2017 (WK IV Jungen und Mädchen) errang das Werner-von-Siemens-Gymnasium jeweils den Oberpfalztitel und zog in das Nordbayernfinale ein, wo man 3. bzw. 4. Plätze belegte.
Außerdem konnten sich bereits mehrere Schüler und eine Schülerin des Schulstützpunktes für die Bayernauswahl bzw. für die Regionalauswahl Ostbayern qualifizieren. Ein Spieler schaffte sogar den Sprung in den Kader der U 18-Nationalmannschaft.

6. Weiterentwicklung

Mit der Albert-Schweitzer-Realschule konnte ein kompetenter Partner gewonnen werden, der ein qualifiziertes Leistungstraining für Fußball anbietet. Die Einbeziehung talentierter Schüler der Willi-Ulfig-Mittelschule war ein weiterer wichtiger Schritt.

Sinnvolle Kooperationsmaßnahmen mit den Schulleitern und den Lehrern der Partnerschulen sollen dazu beitragen, dass die Sportler Schule und Leistungssport so gut wie möglich miteinander vereinbaren können.
Übergreifendes Ziel ist somit die ganzheitliche Förderung der jungen Sportler. Die regionalen Leistungsvereine sollen in Zukunft junge Fußballer in ihren Reihen haben, die durch die enge Kooperation Schule, Verband und Verein bestens ausgebildet werden.
Die Nachwuchsförderung in Regensburg soll somit Schritt für Schritt optimiert werden und soll sich durch ihren ganzheitlichen Anspruch deutlich von anderen Projekten unterscheiden.