Schüleraustausch mit dem Lycée Simone Weil Dijon

Von 7.-13. Oktober reisten 13 Schülerinnen und Schüler des Werner-von-Siemens-Gymnasiums im Rahmen eines zum ersten Mal durchgeführten Schüleraustausches mit Dijon unter Leitung von Frau Ruhfaß und Herrn Schrader in die Hauptstadt des Burgunds.


Seit Februar konnten wir es kaum erwarten, unsere Partnerinnen endlich in Dijon zu besuchen und ihre Familien kennenzulernen. Am Dienstag kamen wir nach zehn Stunden mit zweimaligem Umsteigen in Frankfurt und Basel - und einigen Kofferproblemen, da manche wohl für einen ganzen Monat gepackt hatten… - mit dem blitzschnellen TGV (mit bis über 300km/h), am Hauptbahnhof Dijon an. Nach einem relativ entspannten Abend, an dem wir schon einige Eindrücke gewinnen konnten, gingen wir voller Erwartungen auf den nächsten Tag schlafen. Bevor wir am nächsten Morgen von der Schulleitung empfangen wurden – bei einem leckeren Frühstück, wo auch Croissants und patés de fruits nicht fehlten, überreichten wir der Schulleitung eine bayerische und eine Regensburger Fahne sowie einen Jahnschal – schließlich sind auch die Dijonnais begeisterte Fans des FCO Dijon. Die stellvertretenden Schulleiter M. Pouilly et M. Rémont schienen überrascht zu erfahren, was unsere weiß-blaue Rautenfahne mit Griechenland zu tun hat. Viele von uns waren bereits zu diesem Zeitpunkt müde - die französischen Schülerinnen und Schüler pendeln nämlich meist aufgrund der Entfernung ihres Wohnorts im Großraum Dijon häufig weit zum Lycée Simone Weil, einer Art berufsvorbereitender Schule mit sozial-kaufmännischer Ausrichtung. Während der anschließenden Schulführung konnte wir sehen, was es in unserem Schulsystem bzw. an unserem Schultyp nicht oder nicht in der Form gibt:
- den CDI - Centre de documentation et d’information mit vielen, sehr altersgerechten Büchern, Magazinen, Zeitungen, Internetzugang und einem ausgebildeten documentaliste, der den Schülern beim Recherchieren hilft
- einen Fitnessraum im Keller
- die Ausbildungsräume in den Bereichen – Kinder- und Altenpflege, Großküchen, Verkauf/Einzelhandel/Dekoration, Handwerk, v.a. Zweiradmechaniker etc.
- zahlreiche Computerräume und –arbeitsplätze – jeder Raum hat Beamer, Internetanschluss und Tafel
- das meist studentische Aufsichtspersonal für Vertretungen etc., die surveillants
- die salles de permanence = Aufenthaltsräume
- eine Kantine für (fast) alle Schüler, wo viele von uns ihre Mittagsmahlzeiten einnahmen; das Essen wir von Köchen vor Ort zubereitet
- eine Sporthalle im 4. Stock.
Anschließend bearbeiteten wir gemeinsam Fragen einer Rallye im Stadtzentrum.
Am Donnertag stand regulärer Unterricht mit den Partnerinnen auf dem Programm. (Manche Stunden wirkten länger als andere). Nachdem der Mensa machten wir uns auf den Weg in die Maison de l’architecture, de l’environnement et de l’urbanisme, wo eine Architektin eine sehr anschauliche und verständliche Powerpointpräsentation zur Geschichte und Stadtentwicklung Dijons hielt. Im Anschluss zeigte sie uns Bauwerke im Stadtzentrum, die in der Vergangenheit bzw. Gegenwart politische Macht repräsentier(t)en. Einige davon werden in Zukunft eine Umstrukturierung erfahren, weil die Zahl der Regionen in Frankreich im Rahmen der von der EU geforderten innenpolitischen Reformen von 22 auf 13 reduziert wurde. Demnach wird das Burgund mit der jetzt noch eigenständigen Region Franche-Comté verschmolzen. Die große Zeit des Burgunds war im Mittelalter, als die Region Besitzungen bis nach Flandern aufwies und der burgundische Herzog es mit dem französischen König aufnehmen konnte. Aus dieser Zeit stammt der Palais des Ducs und die Tour de Bar, von wo man einen herrlichen Blick auf die Ebene und Hügelketten, die Dijon umgeben, ebenso genießen kann wie die Aussicht auf die ganze Stadt, deren Großraum mehr als 250 000 Menschen umfasst.
Den Freitag verbrachten wir ohne unsere Partnerinnen und Partner in dem sehr bürgerlichen, hübschen und mittelalterlichen Städtchen Beaune, das nur eine halbe Stunde mit dem Zug von Dijon entfernt liegt. Dort besichtigten wir das ehemalige Armenhospiz „Hôtel Dieu“, welches für seine bunten Dächer, die typisch für die Bourgogne und für Flandern sind, bekannt ist. Das Wochenende verbrachten wir bei unseren Partnerinnen. Viele von uns waren am Samstag oder Sonntag im Toison d’Or, dem größten Einkaufszentrum, um zu Bowlen oder Lasertag zu spielen.
Am letzten Tag, dem Montag, hatte M. Morel eine Präsentation zur Bourgogne vorbereitet. Gott sei Dank war der Besuch des Musée archéologique de Dijon optional, so dass wir den letzten Tag auch ohne Museumsbesuch im Stadtzentrum verbringen durften. Nachmittags wurde uns von Mme Maur, Frau Ruhfaß und Herrn Schrader die Aufgabe gestellt, aus bunten Plastikflaschendeckeln eine Collage zum Thema „deutsch-französische Freundschaft“ zu basteln. Die konnten unsere Gastfamilien ein paar Stunden später – am Abschlussabend – bewundern. Außerdem wurden Erinnerungen an unsere erste Begegnung in Regensburg wach, zum Teil mit, wie wir meinten, peinlichen Fotos und Videos!! Den Rest des Abends verbrachten wir in der Mensa und ließen ihn mit regionalen Spezialitäten und vielen, vielen Selfies (die Franzosen lieben selbige) ausklingen. Der Abschied am Bahnhof fiel uns Tags darauf allen sehr schwer, doch nach etlichen Umarmungen saßen wir dann doch irgendwann im Zug. Wir glauben, in einem Punkt sind sich alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Es war zwar anstrengend, und wir mussten Unterrichtsstoff nachholen, aber Dijon war die Reise wert. Alle stimmen wzar überein, dass so lange Schultage nicht wünschenswert sind. Dafür war die Gastfreundschaft umso beeindruckender: Wer bekommt schon mehrere Flaschen seines Geburtsjahrgangs besten burgundischen Weins in den Koffer gepackt?

Voilà le Lycée Simone Weil en ligne: http://www.lycee-simoneweil-dijon.fr/

L. Feig/F. Rieger/M.Rufaß

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Austausch mit Dijon 2015

(Mehr als ein) Frankreichaustausch

Heuer ist es dem Werner-von-Siemens-Gymnasium zum ersten Mal gelungen, einen weiteren erfolgreichen Kontakt nach Frankreich zu knüpfen. Der Besuch der Gruppe vom Lycée Simone Weil aus Dijon war ein voller Erfolg.

Die 14 Schülerinnen und Schüler besuchten Regensburg vom 5. bis 11. Februar. Das Lycée Simone Weil in Dijon bietet u.a. ein Fachabitur im Bereich Gesundheitswesen an, wobei Deutsch als 2. Fremdsprache wieder auf erhöhtes Interesse stößt, so dass es für Absolventen im von Jugendarbeitslosigkeit geplagten Frankreich ein wirtschaftlicher Vorteil sein kann, die Sprache des Nachbarn zu beherrschen.

Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren hospitierten im Unterricht und neben einer Stadtrallye stand das Keplermuseum mit digitaler Sonderaustellung auf dem Programm. Das Besondere an diesem Austausch war jedoch, dass die Jugendlichen weit über das bekannte Terrain „Schule“ hinaus gehen durften, denn es gab neben einer spannenden Werksführung bei BMW einen sehr informativen Besuch in einer Regensburger Apotheke, der mit einem Projekt zum Vergleich des französischen mit dem deutschen Gesundheitswesen als Kernstück der Reise verknüpft war.

Apotheker Christian Pöppl zeigte der Gruppe seine Sebastiansapotheke in Tegernheim, in der er den Jugendlichen die Arbeit des Apothekers auf sehr ansprechende Weise näher brachte. Herr Pöppl zeigte uns die Arbeit im Labor, wo eine pharmazeutisch-technische Assistentin unter absolut hygienischen Bedingungen Salben, Tees oder auch spezielle Medikamente genau dosiert herstellt. In einem weiteren Raum werden sogenannte blister für Seniorenheime vorbereitet, die die Apotheke beliefert. Dort werden Pillen und Dragees minutiös in bis zu 5 kleine Fächer pro Tag und Patient sortiert, die dann - nochmals überprüft - an Heime ausgeliefert werden. Herr Pöppl ging zudem auf einige neuere Entwicklungen im Apothekerwesen ein. Mit dem neuen Handelsabkommen TTIP könnten sich beispielsweise nun überall Apothekenketten niederlassen, wie es sie z.B. in den USA und in GB schon gibt. Auf einem Plakat hatte Herr Pöppl u.a. eine Karte mit Deutschland und Frankreich vorgezeichnet und vermittelte sehr anschaulich einige Fakten zum Umsatz und zur Verteilung von Apotheken. Seine Tätigkeit bereitet ihm v.a. deswegen nach wie vor sehr viel Freude, weil er täglich mit verschiedenen Menschen und ihren unterschiedlichen Anliegen zu tun hat, was ihm eine Vielzahl an neuen Erfahrungen und Erlebnissen bietet – Langeweile kommt also in seinem Beruf nicht auf. Gleichzeitig ist er als Delegierter immer wieder auf Kongressen und Fortbildungen unterwegs. Insgesamt ziehen die 28 Schülerinnen und Schüler beider Schulen beim Abschiedsabend, wo ausgelassen getanzt wurde - eine überaus positive Bilanz. Diese Begegnung hat einmal mehr gezeigt, dass ein Schüleraustausch ein einmaliges Erlebnis in einer Schulkarriere bleibt, weil er ein authentisches Zusammensein auf einer Ebene ermöglicht, das durch eine touristische oder Sprachreise in das andere Land nicht unbedingt realisierbar ist. Die deutschen Schülerinnen und Schüler sind auf den im Oktober geplanten Besuch in Dijon, der Hauptstadt des „Kir“ – ein Aperitif aus Weißwein und Johannesbeerlikör - und des berühmten Senfs jedenfalls schon sehr gespannt. (Margit Ruhfaß)

 

Abfahrt_Lidlparkplatz Arbeit_am_Projekt_Gesundheitswesen Besuch_Apotheke_1 Besuch_Apotheke_2 Empfang_WvSG_Morel_Maur_Rauscher_Singer Gruppenfoto_vor_WvSGymn

 

 

Austausch mit Villefranche 2014

Deutsch-französischer Austausch vom 31.3.-06.4.2014 mit dem Collège Francis Carco und dem Lycée Savignac/ Villefranche-de-Rouergue - Besuch der französischen Gruppe in Regensburg

Nach ca. 20stündiger und wohl nervenaufreibender Fahrt kamen unsere Gäste am Montagabend schließlich an der Tiefgarage unserer Schule an: Sie hatten ihr Ziel endlich erreicht, viele zum zweiten und drei von ihnen zum dritten Mal! Die Spannung war groß, wer da nun eigentlich eine Woche zu Gast sein sollte. Alle wollten möglichst schnell die Austauschpartner sehen. Das war bei 39 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – ein bisheriger Rekord – gar nicht so einfach, denn es herrschte überall großes Gedränge im, um und am Bus, und wir kannten unsere Partner nur von Fotos. Die französischen Schülerinnen und Schüler wirkten zunächst etwas ängstlich und klammerten sich an ihre Koffer und Taschen, sobald sie sie bei dem ganzen Durcheinander gefunden hatten.

Am Dienstag, dem eigentlichen 1. Tag, blickten wir morgens in müde Gesichter. Unsere Französischlehrerin hatte uns erklärt, dass Franzosen in der Regel nicht viel zum Frühstück essen, vielleicht ein bol Milch, Kaba oder Tee und ein Stück Baguette – manchmal mit Butter oder Marmelade - oder eben einen Keks. Dies traf meist bei vielen auch so zu. Am Siemensgymnasium bekamen sie dann einen ersten Eindruck von unserer Schule, mit einer Führung durch das Gebäude und einer kurzen Geographiestunde – die Jüngeren unter ihnen sind erst 11 oder 12 Jahre alt und waren möglicherweise ganz froh zu erfahren, wo sie gelandet waren. Zwei Stadtführungen in französischer Sprache mit Einblicken in die Geschichte Regensburgs sollten ihr Bild erst einmal vervollständigen – besonders viel Anklang fand in einer Gruppe eine langanhaltende Diskussion zu Details verschiedener Hinrichtungsarten im Mittelalter - warum auch nicht!?

Mittwochs durften die Gäste einige Klassen durch 4 Stunden Unterricht begleiten, und zwar in 5er- oder 6er Gruppen in den Klassen 7a/c/d/e, 8a/d und 9f. Einige stellten dabei fest, dass Schule in Bayern etwas ganz anderes ist als in Villefranche: Manche waren zum Beispiel vom Religionsunterricht irritiert und dachten, man wolle sie missionieren! Andere sagten, wir hätten viel mehr Zeit, kürzere Stunden und mehr Pausen, was sie dem eigenen System eindeutig vorzögen. Am Mittwoch war dann unser einzig wirklich freier Nachmittag unter der Woche, den viele für ausgedehnte Shoppingtouren nutzen - naja, vielleicht doch eher die Mädchen.

Unser einziger gemeinsamer Ausflug führte am Donnerstag ins oberfränkische Bamberg. Dort besichtigten wir in drei Führungen den Bamberger Dom mit dem berühmten Bamberger Reiter, die barocke Residenz mit dem Rosengarten über der Stadt, die vielen, venezianisch anmutenden kleinen Brücken und Häuser an der Regnitz, das Alte Rathaus und die schmucken Häuser und Gassen der Fußgängerzone. Gott sei Dank gab es nach soviel Sightseeing in der Bamberger Studentenmensa der Innenstadt schnell ein deftiges Mittagessen, das man mit mehr als 80 Teilnehmern nirgendwo in kürzerer Zeit hätte bekommen können. Zur Abwicklung dieser Angelegenheit erhielten wir einen gelben Punkt, damit das Mensapersonal in der Lage war, uns eine Gesamtrechnung zu erstellen: Ein hungriger Magen wartet schließlich nicht gerne. Danach durften wir in Kleingruppen durch die Stadt stromern und nach ein paar Souvenirs für die Verwandten und Freunde der Franzosen stöbern.

Freitagvormittag nahmen die französischen Schülerinnen und Schüler mit Begeisterung am Unterricht der Grundschule Sallerner Berg teil, die Grundschullehrerinnen hatten unter Leitung von Irene Hofmann sogar einen kleinen Aperitif vorbereitet. Besonders beeindruckt zeigten sich unsere Gäste von der Gruppen- bzw. Freiarbeit, die sie dort zu sehen bekamen. Sehr abwechslungsreich gestaltete sich später der bayerisch-französische Abend, an dem jede Familie sozusagen ihre eigenen Spezialitäten mitbrachte: So sorgten ein großes Buffet, unsere Jongliergruppe „Los Diabolos“, eine Akrobatik- und Tanzeinlage sowie die Band ‚Noscope‘ für äußerst gute Stimmung.

Das Wochenende in den Familien war der individuelle Schlusspunkt dieser 6 Tage, denn am Sonntag um 18h fuhr der Bus zurück nach Frankreich, und die Tränen flossen auch bei einigen deutschen Schülerinnen und Schülern reichlich - nach einer schönen und doch viel zu kurzen Woche! Wir sind jetzt natürlich sehr gespannt, was uns in Villefranche erwartet und hoffen auf ebenso gutes Gelingen!

Kristin Denz, 7a

Lioba Oetmeier 9d

u.a.

 

Frankreichaustausch – Besuch in Villefranche de Rouergue vom 13.-21.5.2014

Nach fast 18 Stunden anstrengender Fahrt – ein erfreulicher Rekord – wurden wir um 19h vor dem Collège Francis Carco von unseren Familien abgeholt. Am nächsten Morgen, Mittwoch, durfte ein Teil von uns das Collège besichtigen. Die Gruppe der 9d war parallel am Lycée Raymond Savignac, das nicht weit vom Collège Carco entfernt liegt. Anschließend fand in der Mensa ein kleiner Emfpang durch die Schulleitung statt, Mme la Principale Salvan und ihr Stellvertreter, M. Mercier begrüßten uns mit Croissants, Pain au Chocolat und Saft, am Lycée Mme la Principale Maurin und ihr Stellvertreter M. Griffe. Nur an diesem Tag nahmen wir am Unterricht teil, z.T. wird dort bereits smartboard eingesetzt. Da französische Schülerinnen und Schüler mittwoch nachmittags frei haben, waren wir an diesem Nachmittag in unseren Familien. Einige durften dann schon durch das Zentrum in Villefranche schlendern.

Donnerstag wurden wir im Rathaus der „mairie“, emfpangen – es gab Snacks und eine Spezialität der Region: eine Art Hefekranz mit Orangenblüten. Dort bekamen wir weitere Informationen zur Region und zum Departement, in dem sich Villefranche befindet, dem Aveyron - der Name stammt vom gleichnamigen Fluss. Villefranche hat donnerstags einen recht bunten Markt mit regionalen Produkten, den wir danach noch besuchen durften. Viele von uns probierten oder kauften dort einige Spezialitäten, z.B. eine Art Mangoldpuffer, die farçous, Wildschweinsalami, die ersten Erdbeeren und Kirschen der Region, gateau à la broche, das ist eine Art Nusskuchen, der an einer Stange begacken wird, galettes de sarasain - Pfannkuchen aus Buchweizenmehl - cassoulet – ein Eintopf mit Fleisch und weißen Bohnen, Gänsestopfleber, Fleischpasteten (nichts für Vegetarier :-), schwarze Trüffel, viele Sorten verschiedener Ziegen- und Blauschimmelkäse („Blauschimmel“ ist kein Pferd), Laguiolekäse aus der Milch der Aubrac-Kuh, Aligot – Kartoffelbrei mit Schmelzkäse; frisch gepresste Nussöle, Veilchenschokolade, Rotweine u.v.a.m.

Da an diesem Tag Lehrkräfte und Küchenpersonal streikten, gab es in der Kantine nur eine Art Notessen (angeblich streiken die immer dann, wenn wir kommen). Weiter ging es mit dem Bus nach St. Antonin Noble Val, einer kleinen, schönen Stadt vor einer beeindruckenden Felswand, wo wir von Mme Tabarly eine kleine Stadtführung bekamen. Auch dort konnten wir das kleine Stadtzentrum erkunden, leider waren aber viele Geschäfte zu, was daran liegt, dass die Bevölkerungsdichte im Departement ohnehin nur 10 Menschen pro Quadratmeter beträgt und viele Häuser in den Städten und Dörfern leer stehen bzw. nur in der Hauptreisezeit Juli/ August bewohnt sind. Zum Abschluss des Tages besuchten wir eine kleine Ziegenfarm mit 200 Ziegen und Zicklein.

Am Freitag stand eines der schönesten Dörfer Frankreichs, St. Cirq la Popie auf dem Programm. Viele Kirchen in Frankreich sind St. Cirq geweiht, der als Kind von 5 Jahren laut der Legende der jüngste Märtyrer des Christentums ist. Auch dieser malerisch auf einem Felsen gelegene Ort steht halb leer. Er erlebte seine Hochzeit in der Renaissance, die Häuser schmiegen sich in den engen, z.T. steilen Gassen aneinander und schmücken sich mit Holzbalkonen, Erkern, wunderbaren Glasfenstern, pitoresken Gärten und Türmchen. Von dort oben kann man den Blick in das steil abfallende Lottal schweifen lassen, das sich durch schroffe Felswände und unzählige Höhlen charakterisiert. Zur Zeit der Revolution lebten dort sage und schreibe 17 Menschen und auch heute ist der Ort nur im Sommer gut besucht. Rocamadour (ja, der Käse von dort heißt auch so), das wir anschließend sehen durften, liegt wie St. Cirq auf einer Variante des Jakobweges nach Santiago de Compostella, der bekannterweise seit Jahrhunderten sehr gut besucht ist. So sahen wir tatsächlich vor der Kirche einen Pilger, der aber wohl die obligatorische Jakobsmuschel vergessen oder jedenfalls nicht sichtbar angebracht hatte. St. Cirq gehört zu den „plus beaux villages de France“, von dem es in der Region überdurchschnittlich viele gibt. In diesen Dörfern sind keine sichtbaren Antennen und Kabel erlaubt, um den mittelalterlichen Eindruck zu erhalten. Anschließend fuhren wir weiter nach Pech Merle, einer Tropfsteinhöhle  mit prähistorischen Höhlenmalereien von Steinzeitmenschen während der Eiszeit: Mammuts, Pferde, Handabrücke, Kreise, Dreiecke und sogar Zeichnungen von Menschen sind dort zu besichtigen. Die Höhlenforscher haben ausgerechnet, wie viele Menschen und Licht pro Jahr diese Höhle aushält, ohne dass die Malereien Schaden nehmen. Dort ist auch die Wurzel einer Eiche zu sehen, die 12m tief in die „Erde“ geht, wobei 4m davon in der Höhle zu sehen sind. Nach Pech Merle ging es weiter nach Rocamadour, das ebenfalls schon immer ein beliebter Wallfahrtsort war. Hier lernten wir, dass, wer sich für einen Platz im Paradis interessiert, den ganzen oder Teile des Jakobsweges ohne Schuhe und in Ketten absolvieren kann und dann u.U. „lebenslängliches Paradies“ zugesprochen bekommt. Wir sind aber trotzdem froh, dass wir mit dem Bus, u.v.a. mit dem bis dato sicher unterhaltsamsten Busfahrer da waren: „Wie viele Blondinenwitze gibt es? – Keinen, die sind alle wahr!“

In der kleinen Stadt konnten wir uns eigenständig auf den Weg machen. Am Wochenende unternahmen wir mit den Familien sehr unterschiedliche Ausflüge.

Toulouse war der einzige gemeinsame Ausflug am Montag mit "unseren" Franzosen. Da wir schon fast am Ende der Woche angekommen waren, gab es kaum noch Verständnisprobleme, der sehr charmante accent du Midi „bongjour“ war uns schon so vertraut, dass wir anfingen, selbst so zu sprechen. Bei der Führung konnten wir einige repräsentative Räume im Rathaus, das in Toulouse „le Capitole“ heißt, von innen sehen. Dort gibt es impressionistische Malereiern, z.B. die 4 Jahreszeiten und weitere Wandgemälde aus dem 19. Jahrhundert. Außerdem besichtigten wir die gotische Jakobinerkirche, die aus dem für Toulouse, der „ville rose“, typischen roten Ziegelsteinen errichtet ist. Sie verfügt über ein sehr berühmtes Palmengewölbe und einem mittelalterlichen Kreuzgang und ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Die Dominikaner gestalteten diese Kirche als Predigerkirche eher schlicht, weil sie die abtrünnigen Katharer wieder für den Katholizismus gewinnen wollten. Da die erwünschte Bekehrung durch das Wort oft nicht funktionierte, mussten Tausende von Katharern in den Flammen sterben, weil sie sich weigerten, ihrem Glauben abzuschwören. Nach dieser Führung picknickten wir am Ufer der Garonne auf einer großen Wiese und stärkten uns für unsere immerhin 2 Stunden andauernde Shoppingtour. Dafür schlossen wir uns zu deutsch-französichen Gruppen zusammen und zogen los, um die zwei Stunden Freizeit gut zu nutzen. Erschöpft sind wir danach nach Villefranche zurück gefahren. 

Auch dann konnten uns nicht ausruhen, sondern mussten weiter zu dem sehr gelungenen deutsch-französischen Abschlussabend, wo viel gesungen und getanzt wurde. Leider war er sehr kurz und so blieb nicht sehr viel Zeit, um Tschüss zu sagen. Das konnten wir am nächsten Morgen gehörig nachholen. Beim Abschied wurden wie schon in Regensburg sehr viele Tränen vergossen, drama baby! Viele haben mit ihren Partnern vereinbart, sich bald gegenseitig zu besuchen, was auch hoffentlich klappt.

Die Zeit war leider viel zu schnell vorbei. Die Woche in Frankreich war wunderschön, sehr aufschlussreich und eine echt einmalige Erfahrung.

Wir können außerdem nur jedem empfehlen, dieses Region in Südwestfrankreich selbst zu entdecken. Sie hat noch viel mehr zu bieten!

8ad, Hannah Weigert et al.

Austausch Villefranche-de-Rouergue

Besuch der französischen Austauschschüler der Klassen 7A/8F vom 30.6.-6.7.2012 in Regensburg

Am Samstag, den 30.6. kamen unsere französischen Austauschschüler aus Villefranche-de-Rouergue nach ca. 20 Stunden Busfahrt gegen 17:30 vor dem Siemensgymnasium an. Da sie von der Reise sehr müde waren, wurde am Abend nichts mehr unternommen. Am Wochenende gestalteten die Familien ihr Programm selbst: Viele trafen sich im Westbad oder am Monte Kaolino. Am Montag wurde den Franzosen unsere Schule und anschließend der Unterricht gezeigt, nachmittags durften sie an einer Stadtführung, z.T. mit Schauspiel teilnehmen: So konnten sie nicht so recht zuordnen, warum ihnen ein englischer Gesandter namens Sir George Etheridge, der französisch mit englischem Akzent sprach, im barocken Gewand begegnete!

Dienstag vormittags stand ein Empfang im Alten Rathaus mit Herrn Bürgermeister Weber auf dem Programm, der zu seiner Überraschung keinen Wein als Gastgeschenk, sondern ein Biobier aus dem Averyon erhielt. Gott sei Dank blieb dann noch Zeit zum Shoppen in der Altstadt. Am Mittwoch besichtigte die französische Gruppe in Nürnberg Burg und Altstadt. Der Höhepunkt des Besuchs war für uns eine kleine Wanderung der deutsch-französischen Gruppe von der Befreiungshalle Kelheim zum Kloster Weltenburg, mit einer informativen französischen Führung in der Asamkirche St. Georg. Übergesetzt wurde vorher mit der Fähre und auch das Springen der Donaukiesel bzw. Baden in der Donau konnten wir unseren Gästen nicht vorenthalten. Nachmittags fuhren wir mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch nach Kelheim zurück.

Den Abschiedsabend gestaltete unsere Schülerband musikalisch hervorragend. Es gab zudem einen Fotobeitrag der 8f und die französische Gruppe sang uns u.a. „Aux Champs-Elysées“ als Dankeschön. Vom großen, bunten Buffet blieb dann auch kaum etwas übrig! Eigentlich war, so meinten einige Eltern, die Woche dann doch zu schnell vorbei, jetzt, wo wir uns auf unsere Gäste eingestellt hatten: Am darauf folgenden Tag gab es einen tränenreichen Abschied, die beste Voraussetzung dafür, dass uns die Verbindung zum Collège Carco hoffentlich erhalten bleiben wird, schulisch oder privat!

Andreas Nützel, Mario Raststätter 7a, Margit Ruhfaß

 
Link zu unserer Partnerschule in Villefranche-de-Rouergue/Département Aveyron/ Region Midi-Pyrénées:
 

Unter Fächer - Französisch finden Sie weitere Informationen und Adressen. 

 

 

Schüleraustausch Collège Francis Carco in Villefranche-de-Rouergue

Schüleraustausch vom 29.5. bis 7.7.2011 mit dem Collège Francis Carco in Villefranche-de-Rouergue / Aveyron (Midi-Pyrénées)

Nach langer, 16-stündiger Busfahrt, die manch einer tatsächlich schlafend verbrachte, kamen wir in Villefranche-de-Rouergue, ca. 120km nördlich von Toulouse an.

Hier ein Überblick zu verschiedenen Programmpunkten:  

  • Stadtführung in Villefranche, ein sehr pittoreskes Provinzstädtchen
  • Teilnahme am Unterricht am Collège Carco , Besuch der (z.T. bestreikten) Kantine
  • Herzlicher Empfang im Rathaus
  • Besuch eines Bauernhofs -  Jungbullen der Qualitätsmarke „Veaux d'Aveyron“, Perlhühner, Gänse und Enten
  • Stadtführung und „Freigang“ in Toulouse
  • fakultativ: Najac, St Cirque Lapopie (welterbeverdächtig)
  • Grottes de Foissac  (viel Informatives und Spannendes aus dem Bereich der Höhlenforschung, Anthropologie und Geologie)
  • Abschiedsabend in Martiel


Fast alle fühlten sich in den Gastfamilien wohl, die sich darum bemühten, uns die ganze Palette lokaler Köstlichkeiten probieren zu lassen, z.B. Aligot - Kartoffelbrei mit geschmolzenem Käse, Gänsestopfleber, Cassoulet,  zahlreiche lokale Senfsorten, z.B. mit Veilchen oder Nüssen, Pasteten und vieles andere mehr. Manch einen überforderte die Tatsache, dass hier auch Innereinen oder Tiere wie Wachteln, Hasen oder durchaus genießbare Schnecken mit Begeisterung verspeist werden – also nichts für Vegetarier. Unseren Lehrern war es fast schon peinlich, dass die französischen Eltern mehrfach bekräftigten, wie viel wir angeblich gegessen hätten.

Kommunikationsprobleme hatten wir keine, eher Schlafmangel, weil die meisten von uns ziemlich viel mit den Gastfamilien unternahmen – vom Sonntagsausflug über Konzerte, Familienfeiern und –treffen, Sightseeing usw. Das Wetter gab sich regnerisch -  ein Segen für die lokale Landwirtschaft nach langer Trockenheit, unsere Sommersachen  blieben unbenutzt im Koffer verstaut.

Das Collège Carco ist eine hübsche und moderne bzw. neu renovierte Schule, zum Teil mit beamern in den Klassenzimmern. Die  interessanteste Einrichtung in französischen Schulen ist sicher die Schulbibliothek - der CDI = Centre de documentation et d’information. Es gibt dort mehrere Internetzugänge und sehr schülergerechte Sachbücher, Literatur und  Comics, Zeitschriften und anspruchsvolle Jugendmagazine. Schule und Lehrer sowie Eltern und Schüler sind stärker vernetzt als bei uns, so kann man die eigenen Noten (!) oder das, was im Unterricht gemacht wurde bzw. wird UND die Hausaufgaben (fast) täglich aktualisiert online abrufen.

Unser bevorzugtes Fach im dortigen Lehrplan ist definitiv Technologie, das ist eine Mischung aus angewandter Informatik, Natur und Technik und Physik, z.B. bauten die Schüler einen Roboter oder ein Haus originalgetreu als Modell nach…

Anders ist auch, dass die Lehrer in Frankreich streiken dürfen und von diesem Recht auch Gebrauch machen. Im Vergleich zu unserem bayerischen Schulsystem (bzw. das Gymnasium als Schulart in Bayern) finden wir das französische Gesamtschulsystem allerdings nicht so attraktiv: Die Schüler haben nachmittags meist sehr lange Unterricht und machen danach noch ihre Hausaufgaben.

Es wäre schön, wenn es in den nächsten Jahren einen  weiteren Austausche gäbe, denn wir sind warmherzig empfangen worden, hatten viel Spaß und haben nebenbei noch viel gelernt –  und zwar weit mehr als nur Französisch!

Link zu unserer Partnerschule in Villefranche-de-Rouergue/Département Aveyron/ Region Midi-Pyrénées:
 

Unter Fächer - Französisch finden Sie weitere Informationen und Adressen.