Schüleraustausch vom 29.5. bis 7.7.2011 mit dem Collège Francis Carco in Villefranche-de-Rouergue / Aveyron (Midi-Pyrénées)

Nach langer, 16-stündiger Busfahrt, die manch einer tatsächlich schlafend verbrachte, kamen wir in Villefranche-de-Rouergue, ca. 120km nördlich von Toulouse an.

Hier ein Überblick zu verschiedenen Programmpunkten:  

  • Stadtführung in Villefranche, ein sehr pittoreskes Provinzstädtchen
  • Teilnahme am Unterricht am Collège Carco , Besuch der (z.T. bestreikten) Kantine
  • Herzlicher Empfang im Rathaus
  • Besuch eines Bauernhofs -  Jungbullen der Qualitätsmarke „Veaux d'Aveyron“, Perlhühner, Gänse und Enten
  • Stadtführung und „Freigang“ in Toulouse
  • fakultativ: Najac, St Cirque Lapopie (welterbeverdächtig)
  • Grottes de Foissac  (viel Informatives und Spannendes aus dem Bereich der Höhlenforschung, Anthropologie und Geologie)
  • Abschiedsabend in Martiel


Fast alle fühlten sich in den Gastfamilien wohl, die sich darum bemühten, uns die ganze Palette lokaler Köstlichkeiten probieren zu lassen, z.B. Aligot - Kartoffelbrei mit geschmolzenem Käse, Gänsestopfleber, Cassoulet,  zahlreiche lokale Senfsorten, z.B. mit Veilchen oder Nüssen, Pasteten und vieles andere mehr. Manch einen überforderte die Tatsache, dass hier auch Innereinen oder Tiere wie Wachteln, Hasen oder durchaus genießbare Schnecken mit Begeisterung verspeist werden – also nichts für Vegetarier. Unseren Lehrern war es fast schon peinlich, dass die französischen Eltern mehrfach bekräftigten, wie viel wir angeblich gegessen hätten.

Kommunikationsprobleme hatten wir keine, eher Schlafmangel, weil die meisten von uns ziemlich viel mit den Gastfamilien unternahmen – vom Sonntagsausflug über Konzerte, Familienfeiern und –treffen, Sightseeing usw. Das Wetter gab sich regnerisch -  ein Segen für die lokale Landwirtschaft nach langer Trockenheit, unsere Sommersachen  blieben unbenutzt im Koffer verstaut.

Das Collège Carco ist eine hübsche und moderne bzw. neu renovierte Schule, zum Teil mit beamern in den Klassenzimmern. Die  interessanteste Einrichtung in französischen Schulen ist sicher die Schulbibliothek - der CDI = Centre de documentation et d’information. Es gibt dort mehrere Internetzugänge und sehr schülergerechte Sachbücher, Literatur und  Comics, Zeitschriften und anspruchsvolle Jugendmagazine. Schule und Lehrer sowie Eltern und Schüler sind stärker vernetzt als bei uns, so kann man die eigenen Noten (!) oder das, was im Unterricht gemacht wurde bzw. wird UND die Hausaufgaben (fast) täglich aktualisiert online abrufen.

Unser bevorzugtes Fach im dortigen Lehrplan ist definitiv Technologie, das ist eine Mischung aus angewandter Informatik, Natur und Technik und Physik, z.B. bauten die Schüler einen Roboter oder ein Haus originalgetreu als Modell nach…

Anders ist auch, dass die Lehrer in Frankreich streiken dürfen und von diesem Recht auch Gebrauch machen. Im Vergleich zu unserem bayerischen Schulsystem (bzw. das Gymnasium als Schulart in Bayern) finden wir das französische Gesamtschulsystem allerdings nicht so attraktiv: Die Schüler haben nachmittags meist sehr lange Unterricht und machen danach noch ihre Hausaufgaben.

Es wäre schön, wenn es in den nächsten Jahren einen  weiteren Austausche gäbe, denn wir sind warmherzig empfangen worden, hatten viel Spaß und haben nebenbei noch viel gelernt –  und zwar weit mehr als nur Französisch!

Link zu unserer Partnerschule in Villefranche-de-Rouergue/Département Aveyron/ Region Midi-Pyrénées:
 

Unter Fächer - Französisch finden Sie weitere Informationen und Adressen.