(Mehr als ein) Frankreichaustausch

Heuer ist es dem Werner-von-Siemens-Gymnasium zum ersten Mal gelungen, einen weiteren erfolgreichen Kontakt nach Frankreich zu knüpfen. Der Besuch der Gruppe vom Lycée Simone Weil aus Dijon war ein voller Erfolg.

Die 14 Schülerinnen und Schüler besuchten Regensburg vom 5. bis 11. Februar. Das Lycée Simone Weil in Dijon bietet u.a. ein Fachabitur im Bereich Gesundheitswesen an, wobei Deutsch als 2. Fremdsprache wieder auf erhöhtes Interesse stößt, so dass es für Absolventen im von Jugendarbeitslosigkeit geplagten Frankreich ein wirtschaftlicher Vorteil sein kann, die Sprache des Nachbarn zu beherrschen.

Die Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren hospitierten im Unterricht und neben einer Stadtrallye stand das Keplermuseum mit digitaler Sonderaustellung auf dem Programm. Das Besondere an diesem Austausch war jedoch, dass die Jugendlichen weit über das bekannte Terrain „Schule“ hinaus gehen durften, denn es gab neben einer spannenden Werksführung bei BMW einen sehr informativen Besuch in einer Regensburger Apotheke, der mit einem Projekt zum Vergleich des französischen mit dem deutschen Gesundheitswesen als Kernstück der Reise verknüpft war.

Apotheker Christian Pöppl zeigte der Gruppe seine Sebastiansapotheke in Tegernheim, in der er den Jugendlichen die Arbeit des Apothekers auf sehr ansprechende Weise näher brachte. Herr Pöppl zeigte uns die Arbeit im Labor, wo eine pharmazeutisch-technische Assistentin unter absolut hygienischen Bedingungen Salben, Tees oder auch spezielle Medikamente genau dosiert herstellt. In einem weiteren Raum werden sogenannte blister für Seniorenheime vorbereitet, die die Apotheke beliefert. Dort werden Pillen und Dragees minutiös in bis zu 5 kleine Fächer pro Tag und Patient sortiert, die dann - nochmals überprüft - an Heime ausgeliefert werden. Herr Pöppl ging zudem auf einige neuere Entwicklungen im Apothekerwesen ein. Mit dem neuen Handelsabkommen TTIP könnten sich beispielsweise nun überall Apothekenketten niederlassen, wie es sie z.B. in den USA und in GB schon gibt. Auf einem Plakat hatte Herr Pöppl u.a. eine Karte mit Deutschland und Frankreich vorgezeichnet und vermittelte sehr anschaulich einige Fakten zum Umsatz und zur Verteilung von Apotheken. Seine Tätigkeit bereitet ihm v.a. deswegen nach wie vor sehr viel Freude, weil er täglich mit verschiedenen Menschen und ihren unterschiedlichen Anliegen zu tun hat, was ihm eine Vielzahl an neuen Erfahrungen und Erlebnissen bietet – Langeweile kommt also in seinem Beruf nicht auf. Gleichzeitig ist er als Delegierter immer wieder auf Kongressen und Fortbildungen unterwegs. Insgesamt ziehen die 28 Schülerinnen und Schüler beider Schulen beim Abschiedsabend, wo ausgelassen getanzt wurde - eine überaus positive Bilanz. Diese Begegnung hat einmal mehr gezeigt, dass ein Schüleraustausch ein einmaliges Erlebnis in einer Schulkarriere bleibt, weil er ein authentisches Zusammensein auf einer Ebene ermöglicht, das durch eine touristische oder Sprachreise in das andere Land nicht unbedingt realisierbar ist. Die deutschen Schülerinnen und Schüler sind auf den im Oktober geplanten Besuch in Dijon, der Hauptstadt des „Kir“ – ein Aperitif aus Weißwein und Johannesbeerlikör - und des berühmten Senfs jedenfalls schon sehr gespannt. (Margit Ruhfaß)

 

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