"sie tanzen, fressen, lieben sich" nach Motiven aus Bertolt Brechts Baal

 
Inspiriert von Motiven aus Bertolt Brechts Baal hat die Oberstufentheatergruppe unter Leitung von Regina Leitner ein Theaterstück mit Videoprojektionen erarbeitet, das sich mit Anpassung und Widerstand, Kunst und Ekel und Liebe und Hass befasst.

 
Aufführungstermine:

 
Mittwoch, 9. April 2014
Donnerstag, 10. April 2014

 
jeweils um 19:30 Uhr im Theaterkeller des WvSG (Zugang nur über Donaustauferstrasse)
 
Theater der Oberstufe - Sie tanzen, fressen, lieben sich
 

 

Über das Theaterstück…

Als unsere Theaterleiterin Frau Leitner uns im November eröffnete, dass wir uns dieses Schuljahr mit der Thematik aus einem Werk von Bertolt Brecht befassen würden, waren einige von uns zuerst eher weniger begeistert, hatten wir doch schon genügend Lektüren im Deutschunterricht gelesen, um zu wissen, dass bei Originaltexten weder sprachlich noch inhaltlich etwas dabei ist, wofür wir uns begeistern können.
Umso überraschter waren wir von „Baal“.
Der Protagonist: ein Asozialer, ein Rebell, ein Egoist, ein Genie und gleichzeitig ein wildes Tier.
Baal, ein talentierter Dichter, trägt seine Werke in gehobenen Kreisen vor. Die High Society ist angetan von ihm und will ihn davon überzeugen, seine Lyrik herauszugeben.
Doch Baal verachtet die Gesellschaft. Sein Leben ist einerseits bestimmt von animalischen Trieben, hinter denen aber andererseits eine verzweifelte Suche nach „Glück“ steckt. Er tut immer nur das, was er will, und genau das macht ihn zu einem faszinierenden und gleichzeitig abartigen Charakter.

Von Brechts Ideen geleitet haben wir selbst Szenen verfasst und erarbeitet.
Unser Stück „Sie tanzen, fressen, lieben sich“ ist zwar an „Baal“ angelehnt, aber jeder hat seinen persönlichen Eindruck von diesem Phänomen, und so zeigen wir die verschiedenen Facetten des faszinierenden Charakters in unterschiedlichen Situationen: in der Gesellschaft der Goldenen Zwanziger ebenso wie heutzutage in der Sprayerszene.

Im Schaffungsprozess haben wir ein Experiment gewagt. Mit zwei versteckten Kameras und einem Mikrofon nahmen wir uns beim kompletten Anderssein mitten in der Stadt auf. Wie reagieren Passanten auf uns, wenn wir in unserem Verhalten aus dem Rahmen fallen? Wir probierten es aus und stießen sowohl auf totale Ablehnung als auch auf Begeisterung.

So entstand ein Theaterstück, bei dem Bühnenspiel, Filmaufnahmen und Livekamera koexistieren.

„Sie tanzen, fressen, lieben sich“ ist die Charakterstudie über einen Asozialen, übt aber auch Kritik an der Engstirnigkeit, dem Egoismus und der Doppelmoral der Gesellschaft und am Kapitalismus und der daraus resultierenden Gier des Einzelnen.

Veronika Zieglmeier

 „Das Stück BAAL mag denen, die nicht gelernt haben, dialektisch zu denken, allerhand Schwierigkeiten bereiten. Sie werden darin kaum etwas anderes als die Verherrlichung nackter Ichsucht erblicken. Jedoch setzt sich hier ein „Ich" gegen die Zumutungen und Entmutigungen einer Welt, die nicht eine ausnutzbare, sondern nur eine ausbeutbare Produktivität anerkennt. Es ist nicht zu sagen, wie sich Baal zu einer Verwertung seiner Talente stellen würde. Er wehrt sich gegen ihre Verwurstung. ... Er ist asozial, aber in einer asozialen Gesellschaft."

Bertolt Brecht                                    

Es spielen:
Jana Aumüller, Amel Aziba, Joscha Baltha, Marion Braun, Friederike Dollinger, Robin Forster, Stefan Hahn, Maddy Haindl, Caroline Heß, Kim Kandler, Maika Müller, Amin Reisinger, Veronika Saberi, Léon Schotter, Markus Tahedl, Alexandra Wenzel, Jonas Würdinger, Andy Yu , Veronika Zieglmeier

Licht + Bühnentechnik:
Adrian Hammes, Wolfgang Friedl

Projektionen, Livekamera, Plakate, Design des Faltblatts:
Jonas Würdinger

Assistenz bei den Projektionen:
Dirk Braun, Markus Winkler

Spielleitung:
Regina Leitner