Auch in den Herbstferien 2014 hatten einige Schülerinnen der 9. und 10. Jahrgangsstufe das Glück, bei einem der „Mädchen für Technik“ Camps (bis 15 Jahre) bzw. „Forscherinnen-Camps“ (ab 15 Jahre) an unterschiedlichen Standorten Bayerns teilzunehmen.

Organisiert werden diese Camps vom Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e.V. in Zusammenarbeit mit Unternehmen und Universitäten mit dem Ziel, mehr Mädchen für technische Berufe zu gewinnen.

Eine der Teilnehmerinnen unserer Schule war Munira Kalimov aus der Klasse 9c, die beim „Forscherinnen-Camp“ bei der Krones AG in Neutraubling und an der OTH Regensburg war.

Von Munira stammt folgender Bericht:

 

„Im Allgemeinen war das Forscherinnen Camp eine tolle Erfahrung und eine große Hilfe zur Berufsorientierung für mich. Alle Betreuer waren sehr offen für Fragen und haben uns sehr viel über ihren Beruf und ihren Arbeitsalltag erzählt.

In den ersten zwei Tagen hatten wir Führungen durch die OTH Regensburg und eine Einführung in die Programmiersprache LabVIEW. An der OTH hörten wir außerdem Vorträge über die unterschiedlichen technischen Studiengänge und durften sogar eine richtige Vorlesung besuchen. Das war ein interessanter Vorgeschmack auf das Studentenleben.

Den Rest der Woche verbrachten wir bei Krones im Labor, wo jede Teilnehmerin ein sehr teures Füllorgan zur Verfügung hatte, sodass jedes Mädchen selbst die Möglichkeit hatte, ihr Programm zu programmieren und zu testen. Unser Auftrag bei Krones lautete „Entwicklung und Optimierung eines Füllprogramms am Krones Füllventil“. Das war natürlich ganz schön anspruchsvoll. Aber zum Glück standen uns immer richtige Profis zur Seite, die alles erklärten und weiterhalfen. So habe ich mich nie überfordert gefühlt.

Neben der Forschung an unserem Projekt gab es auch Führungen durch Krones und eine Interviewrunde mit Ingenieurinnen, die sehr nett waren und wirklich jede einzelne Frage beantwortet haben.

Auch unsere Betreuer waren ein sehr wichtiger Teil in dieser Woche. Ihnen haben wir das tolle Rahmenprogramm zu verdanken – wir waren z.B. beim Pizzaessen und beim Bowlen.

Am letzten Tag sollten wir unsere Ergebnisse präsentieren. Dazu gab es im Vorfeld einen Präsentationsworkshop und natürlich auch wieder ganz viel professionelle Hilfe von allen Seiten.

Aus dieser Woche habe ich – neben einem Teilnehmerzeugnis – sehr viel mitgenommen: ich habe viele nette Menschen kennengelernt und Freunde gefunden, und außerdem viele gute Eindrücke von technischen Berufen erhalten, die mir sicher bei meiner Berufsorientierung noch nützlich sein werden.“

Isabel Reiss (9c) und Sarah Heinrich (9e) haben am „Mädchen für Technik Camp“ bei Siemens in München teilgenommen.

Isabel berichtete:

„Am ersten Tag des Camps trafen sich alle Teilnehmerinnen, 15 Mädchen sowie zwei Betreuerinnen, in der Jugendherberge in München und anfangs waren wir noch sehr still und niemand hat geredet. Das hat sich aber schnell geändert, nachdem wir einige Kennenlern-Spiele gemacht hatten. Nach einem Mittagessen sind wir alle zusammen zu Siemens gefahren, wo wie Sicherheitseinweisungen bekamen. Bei einer Führung durch Siemens im Anschluss lernten wir unsere zukünftigen Arbeitsplätze kennen.

Am zweiten Tag haben wir „Siemam“ gelötet. „Sieman“ ist ein kleines Männchen, das blinkt, wenn es an eine Batterie angeschlossen wird. Das hat fast den ganzen Tag gedauert und zwischendurch hatten wir Besuch von Presse, Radio und Fernsehen. Ganz spannend war am Abend dann die Nachtführung durch den Tierpark Hellbrunn.

Am Mittwoch haben wir aus Metallplatten Schatullen gemacht. Wir mussten die Platten feilen, stanzen, biegen und nieten. Am Nachmittag hat uns einer unserer Betreuer bei Siemens erklärt, wie eine Buttonpressmaschine funktioniert, an der wir uns im Anschluss Buttons, Spiegel und Flaschenöffner pressen dürften.

Am vorletzten Tag haben wir eine Abschlusspräsentation im Stil der Tagesschau vorbereitet, die wir dann am Freitag vor großem Publikum vorgetragen haben. Zum Abschied gab es noch ein riesiges Buffet.

Insgesamt hat das Camp sehr viel Spaß gemacht. Mit den anderen Mädchen bin ich noch in Kontakt, da wir uns alle super verstanden haben.“

Alexandra Kromer (10e) hat ihre eine Woche beim „Forscherinnen-Camp“ in Nürnberg/Erlangen bei der AREVA GmbH verbracht:

„An unserem ersten Tag war wir an der Friedrich-Alexander Universität Erlangen und hörten eine Vorlesung über „Grundlagen der elektrischen Energieversorgung“. Den Rest der Woche verbrachten wir bei der AREVA GmbH. Die Areva GmbH ist ein Unternehmen für Kerntechnik

und erneuerbare Energien mit rund 6000 Mitarbeitern und ein Tochterunternehmen der französischen Areva-Gruppe).

Dort bearbeiteten wir unseren Forscherinnen-Auftrag „Entwicklung einer leittechnischen Funktion zum Start eines Dieselstromaggregats“. Das hat sich zu Beginn kompliziert angehört, aber davon sollten wir uns nicht abschrecken lassen und in kleinen Schritten und mit der Hilfe unserer Betreuer war es letztendlich gar nicht so schwer. Zunächst wurden wir noch über Kraftwerke informiert, dann haben wir die Schaltung skizziert und am Ende an einem Simulator getestet. Wir waren alle überrascht, dass am Ende doch jede Einzelne diese Aufgabe lösen konnte.

Am letzten Tag haben wir noch ein Prüffeld besichtigt, um zu sehen, wie die Schaltungen in der Realität getestet werden. Bei einer großen Abschlussveranstaltung mit vielen Gästen haben wir unsere Ergebnisse präsentiert.

Das Camp war zwar eine ganz schön anstrengende Ferienwoche, aber am Abend hatten wir immer viel Freizeit und wir hatten viel Spaß in unserer tollen Gruppe.“

Auch Alissa Kosin, (9c) hat bei der AREVA GmbH geforscht:

„Meine Herbstferien habe ich im Forscherinnen Camp bei AREVA und der Friedrich-Alexander Universität in Nürnberg-Erlangen verbracht. In dieser Woche könnten wir Mädels in den Beruf der Ingenieurin hineinschlüpfen. Den Schwerpunkt dieser Woche bildetet unser Forschungsauftrag „Entwicklung einer leittechnischen Funktion zum Start eines Notstromaggregats“. Dieses soll anspringen, falls in einem Kraftwerk aus irgendeinem Grund keine andere Stromquelle mehr funktioniert. Da wir ja keine Kerntechniker sind, benötigten wir etwas Hilfe – aber wir konnten den Auftrag meistern. Nachdem wir unsere Überlegungen für eine Schaltung zusammengefasst hatten, konnten wir diese in die Tat umsetzen, programmieren und testen.

Zwei weitere Höhepunkte der Woche waren das Interview mit zwei Ingenieurinnen und der Besuch der Uni, wo wir eine Vorlesung gehört haben. An der Uni haben wir außerdem die Hochspannungshalle und den Energiecampus Nürnberg besucht. Das hört sich anstrengend an, aber wir haben nicht die ganze Woche nur gearbeitet – unsere Betreuerinnen haben mit uns Spiele gespielt und einen Kletterabend organisiert.

Die Woche endete mit einer großen Veranstaltung, bei der wir vor wichtigem Publikum unsere Erlebnisse und Ergebnisse präsentiert haben.“

Jenny Cao Pham (9b) war beim „Forscherinnen-Camp“ an der OTH Weiden in Zusammenarbeit mit BHS Corrugated GmbH (der weltweit größte Lösungsanbieter in der Wellpappenindustrie).

Jenny resümiert:

„Ich fand am Camp besonders gut, dass wir so viel über Berufe im technischen Bereich erfahren haben. Diese Camps bieten eine tolle Gelegenheit für junge Frauen, die noch nicht wissen, was sie werden wollen, einen Einblick in eine Zukunft im technischen Bereich zu bekommen.“