Häufig hört man, Latein sei ein Fach, das man heute nicht mehr braucht. Latein wird ja nicht mehr gesprochen, und wenn man dann im Urlaub einmal ...
Wahr ist, dass man mit Latein keine Pizza bestellen kann: Aber das muss man auch nicht. Es gibt im 21. Jahrhundert nur noch eine Weltsprache für die Kommunikation im Alltag, nämlich Englisch, aber ...
Latein ist die Basissprache aller romanischen Sprachen: Egal ob Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch oder Rumänisch: Jede dieser Sprachen basiert auf dem Lateinischen und lässt sich auf der Basis des Schullatein leichter lernen. Und sogar der englische Wortschatz zeigt zu weit über 50 % lateinische Einflüsse.

Latein ist die maßgebliche Kultursprache seit 2.000 Jahren, denn es diente das ganze Mittelalter hindurch bis in die Neuzeit in Politik und insbesondere in der Wissenschaft als Mittel der Verständigung über alle Völkergrenzen hinweg. Ob Rechtsgrundsätze im Jurastudium oder Geschichtsquellen im Fach Geschichte: An Latein kommt man nicht vorbei.

Latein ist die Bildungssprache schlechthin: Viele Fremdwörter lassen sich vom Fach Latein aus nicht nur leichter erschließen, sondern auch einfacher verstehen.

Latein vermittelt das System einer Grammatik, das auf alle anderen Sprachen anwendbar ist. Nicht einmal die Gegner des Lateinunterrichts widersprechen der Erfahrung, dass der, der die lateinische Grammatik kennt, dieses Wissen auf jede andere Sprache anwenden kann – inklusive des Deutschen. Gleichzeitig wird das logische Denken geschult.

Latein regt das Nachdenken über Sprache an sich an. Als Fach, in dem noch systematisch übersetzt wird, lernt man, Sprache und ihre Verwendung zu reflektieren. Dieser Charakter als Reflexionssprache hat unbestritten auch positive Auswirkungen auf die Fähigkeiten im Fach Deutsch.

Latein ist lebendige Beschäftigung mit Sprache. Man lernt, wie rhetorische Kniffe verwendet werden, um bestimmte Wirkungen zu erzielen, und wird gleichzeitig bewahrt, sich sprachlich manipulieren zu lassen, eben weil man diese Kniffe kennt.

Lateinunterricht hat die Beschäftigung mit Originaltexten zum Ziel. In keinem anderen Fach ist der Weg zwischen der ersten Unterrichtsstunde und der Anwendung des Gelernten auf echte Literatur so kurz wie im Fach Latein.

Latein erschließt Themen, die den Kern des menschlichen Lebens betreffen. Die gelesenen Texte geben Einblicke in Geschichte und Alltagsleben in der Antike ebenso wie Politik und Philosophie, die zeitlos gültig sind. Ovid entführt uns in die Welt der Liebe in der Antike, bei Seneca finden wir Trost in Krisensituationen, Catull und Martial lehren uns, wie Witz und Spott auch heute noch funktionieren.

Latein führt in die Welt der Kunstgeschichte ein. Die meisten Themen und Motive, die in Gemälden, in der bildenden Kunst oder auch in der Musik behandelt werden, gehen auf Vorbilder zurück, die aus der Antike stammen und in lateinischen Texten behandelt werden. Und selbst Fußballarenen – übrigens auch ein Wort, das aus dem Lateinischen stammt – werden heute gebaut, wie das Kolosseum in Rom.

Und schließlich: Latein ist eine demokratische Sprache: In Latein fangen alle Schüler mit demselben Wissensstand an – und daher haben alle dieselben Chancen: eine Sprache zu lernen, die eine Brücke über Zeiten und Kulturen hinweg schlägt.

Und wenn Sie noch mehr wissen wollen: Unter


https://www.youtube.com/watch?v=S9rFS2VBhNM&t=65s


finden Sie ein Gespräch des aus dem Fernsehen bekannten Professors Harald Lesch – übrigens eines Naturwissenschaftlers – mit dem Kabarettisten und Moderators Christoph Süß und mit jungen Lateinfans! Schauen Sie rein.

Eine Information der Fachschaft Latein zur Wahl der zweiten Fremdsprache

Wozu lernt man Latein? Wozu braucht man das Latinum?

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Lehrbuchphase (Jahrgangsstufe 6 – 8):

Adeamus! (Ausgabe C) in drei Bänden, Oldenbourg-Verlag

Adeamus 1 Adeamus 2 Adeamus 3

 

Lektürephase (ab Jahrgangsstufe 9):

Verschiedene Textausgaben oder lateinische Lesebücher