Sommerkonzert am Werner-von-Siemens-Gymnasium

Musik als Heilmittel

Am Mittwoch, den 27.6.2018 konnten frustrierte WM-Seher im Werner-von-Siemens-Gymnasium Trost und Ablenkung erfahren: Die zahlreichen jungen Musiker und Musikerinnen der Schule hatten zum Konzert geladen und setzten dem Fußball-Kater Mitreißendes, Wohlklingendes und Lustiges entgegen.

Dabei zeigten sich die vielen Ensembles in ganz unterschiedlichen Genres und Stilen zuhause: Aus dem 18. Jahrhundert wählte das engagierte Nachwuchsorchester einen Auszug aus Händels Wassermusik. Das 19. Jahrhundert wurde abgedeckt durch Joseph Rheinbergers Abendlied, ruhig fließend zu Gehör gebracht vom intonationssicheren Projektchor, und durch Franz Liszts Transzendentale Etüde Nr. 8, furios am Flügel vorgetragen vom diesjährigen Abiturienten Anton Bibikow.
Den Schwerpunkt des Programms bildete jedoch die populäre Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. So zeigten die begeisternden Chöre der Unter- und der Mittelstufe mit recht aktuellen Nummern wie David Guettas Dangerous oder Bruno Mars' Grenade eine mitreißend-souveräne Textbehandlung mit Schmelz und Koketterie. Der von Beatbox und gesungenem Walking Bass unterstützte Seminarchor ließ mit einer Adaption von Sam Cookes Wonderful Time die vergangenen zwei Ausbildungsjahre Revue passieren und bot den Schülern und Schülerinnen im Publikum den Anblick ihrer Lehrkräfte einmal in einem anderen Rahmen. 80er-Jahre-Gefühle wurden bei manchem Zuhörer durch den A-ha-Hit Take On Me geweckt, der in einem anspruchsvollen A-capella-Satz vom gut aufgestellten Schulchor auf die Bühne gebracht wurde.
Die Schülerschaft des Werner-von-Siemens-Gymnasiums überzeugte auch an den Instrumenten: Die Nachwuchs-Big-Band Dirty Tones entwickelte, unterstützt durch versiertes Bass-Spiel, bei Duke Ellingtons Standard It Don't Mean A Thing einen mitreißenden Drive. Einen Höhepunkt des Abends bot das professionell zu nennende Euphonium-Spiel des Abiturienten Benedikt Seidl, der dem titelgebenden Harlequin von Philip Sparke zuerst einfühlsam und dann virtuos-schwindelig Leben einhauchte.
Ein weiterer Akzent des Konzerts lag auf der Filmmusik. Hier gelang es dem Orchester durch sein präzises und beseeltes Spiel mit Pirates of the Caribbean, eine folkig-phantastische Atmosphäre zu erzeugen. Die Big Band bot bei The Bare Necessities aus dem Dschungelbuch differenzierte und exakt gespielte Bläsersätze mit einer variablen Saxophon-Section, klaren Trompeten und krachenden Posaunen – da hielt es manchen nicht mehr auf den Sitzen.
Der Abschluss des Konzerts wurde durch eine Zusammenarbeit von Chor, Orchester und Band markiert, welche das Publikum mit mehreren Stücken aus dem Musical La La Land beschwingt nachhause entließen. Dort wog dann die Niederlage der Nationalelf schon deutlich geringer ...