Paris, je t’aime: Studienfahrt nach Paris im Juli 2017

P-Seminar von Frau Schmid in Begleitung von Herrn Köpf

Vier Uhr morgens Treffen am Regensburger Hauptbahnhof: unsere aufregende Reise begann! Erst ging es nach München und von dort entspannt in Rekordzeit mit dem TGV nach Paris, am Gare de l‘Est angekommen schnell in die Métro und direkt zu unserem Jugendhotel (MIJE). Ein perfekter Plan mit nur einem kleinen Haken am Ende: Nicht alle hatten es mit ihren schweren Koffern auf Anhieb in die Metro geschafft! Dank Handy ließ sich das Problem zum Glück rasch lösen, und am Ende standen wir alle wohlbehalten und voller Neugier auf Paris in der Unterkunft. Mit einem kleinen Spaziergang durch das Marais, dem einstigen jüdischen Viertel von Paris, in dem wir äußerst zentral untergebracht waren, ging das Programm sofort los – inklusive eines leckeren Mittagessens bei „L’As du Fallafel“ in der Rue des Rosiers, einem Restaurant, das mehrfach für seine Falafel, eine der Spezialitäten des Marais, ausgezeichnet worden ist.

Champs_Elysee Gruppe_Louvre Gruppe_MIJE Jardin_du_Luxembourg Paris-Plages

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, ging es zu Fuß zum nahegelegenen Centre Pompidou. Dort fand dann in entspanntem Rahmen ein informativer Vortrag von einem der Teams unseres P-Seminars statt, denn immer zwei von uns hatten sich lange vor der eigentlichen Reise auf ein Themengebiet spezialisiert und dazu einen Programmpunkt mitgestaltet. Inzwischen machte sich natürlich bei manchen schon eine gewisse Erschöpfung bemerkbar, und während die meisten die anschließende Freizeit nutzen, um sich ein wenig im Viertel Beaubourg umzuschauen oder sogar auf die Aussichtsplattform des berühmten Museums hochzufahren, genossen die anderen einfach die angenehme Abendatmosphäre auf der piazzaähnlichen Esplanade vor dem Kunst- und Kulturzentrum und erholten sich von der Anreise. Nach einem schnellen Abendessen im Haupthaus der MIJE brachen wir auf zu einer Tour durch Montmartre auf, die ein weiteres Team für uns zusammengestellt hatte. Ausgehend von der Métrostation Abesses und der „Mur des je t’aime“ führten uns die beiden Expertinnen über Sacré-Cœur und die Place du Tertre quer durch die romantischen Gassen von Montmartre, wobei sie uns nicht nur mit vielen interessanten Informationen versorgten, sondern uns auch auf Besonderheiten wie das „sinking house“ oder den Freestyle-Fußballgott Iya Traore aufmerksam machten. Während die berühmten Treppen hoch zu Sacré-Cœur manche zu sportlichen Höchstleistungen anspornen und sie diese im Wettlauf bezwangen, probierte eine Schülerin sogar den Funiculaire, die Standseilbahn, aus. Oben erwartete uns ein faszinierender Ausblick: Paris zu unseren Füßen im Sonnenuntergang! Unser Rundgang endete vor dem weltbekannten Moulin Rouge, das bei Nacht besonders beeindruckend wirkt.

Kaum waren wir gefühlt eben erst todmüde ins Bett gefallen, ging es auch schon wieder weiter. Am nächsten Morgen kauften wir nach dem Frühstück noch fürs Picknick ein und zogen dann los zu einer Führung im Musée d’Orsay. Das weltberühmte Kunstmuseum bietet für Schulklassen die Möglichkeit zu eineinhalbstündigen Überblicksführungen, in denen ausgewählte Werke v.a. des Impressionismus vorgestellt werden – ein eindrucksvoller Start in den Tag, der aber durchaus eine Herausforderung für unsere Französischkenntnisse und unsere Ausdauer darstellte! Als nächstes machten wir uns auf den Weg in den nahegelegenen Jardin des Tuileries, wo wir im Schatten entspannen und auf den traditionellen grünen Metallstühlen komfortabel Brotzeit machen konnten. Frisch gestärkt marschierten wir von dort aus vorbei am Grand Palais und nach einem Blick auf den Arc de Triomphe beim Überqueren der Champs-Élysées weiter in Richtung des zeitgenössischen Musée du Quai Branly, einem Museum für außereuropäische Kunst, dessen spannende Architektur allein einen Zwischenstopp wert war. Unweit davon lag das Ziel unseres Stadtspaziergangs, das Wahrzeichen von Paris: der Eiffelturm. Nach einer verhältnismäßig kurzen Wartezeit kämpften wir uns die Stufen bis zur zweiten Etage hinauf und wurden von einer eindrucksvollen Aussicht belohnt. Ein anderer Blickwinkel wurde uns am Abend mit einer Bootsfahrt über die Seine geboten: die Vedettes du Pont-Neuf fahren an vielen zentralen Sehenswürdigkeiten vorbei, und wir bestaunten die Kathedrale Notre-Dame, den Louvre, das Musée d’Orsay, das Hôtel des Invalides und den Eiffelturm, die im Abendlicht an uns vorbeizogen. Ein wunderschöner Abschluss eines erlebnisreichen Tages! Am Ufer der Seine ließen viele von uns auch die Abende ausklingen und genossen den Pariser Flair. Dank der Initiative „Paris Plages“, die glücklicherweise genau während unseres Aufenthalts stattfand, verwandeln sich jedes Jahr Ende Juli die Straßen entlang der Seine in autofreie, wunderschöne Strandpromenaden mit Liegestühlen, Beachvolleyball und lampionbeleuchten „Strandbars“ – ein Ambiente, das uns an den lauen Sommerabenden fast vergessen ließ, dass wir uns in einer Großstadt befanden.
Am nächsten Morgen starteten wir zwar müde, aber hochmotiviert zu einer Paris-Tour unter dem Motto „Paris, ville de la mode“. Nach der Hitze der ersten beiden Tage fanden wir die wenigen Regentropfen, die am Morgen fielen, fast erfrischend, zumal uns unser Expertenteam zunächst durch die wunderschönen überdachten Geschäftspassagen des 19. Jahrhunderts, die passages couverts (Passages des Panoramas, Passages Jouffroy, Passages Verdeau) führte. Weiter ging es anschließend zu den Galeries Lafayette, auf deren eindrucksvoller Dachterrasse wir mit Blick auf die Opéra Garnier und die Boulevards mehr über die Geschichte der Grands Magasins und über einige herausragende Pariser Modeschöpfer erfuhren. Schließlich führte uns unser Spaziergang vorbei an der Oper und der Place Vendôme weiter zum Palais Royal, dessen parkähnlicher Garten sich gut für das Mittagspicknick eignete. Nach einem Abstecher zum Louvre und einer kurzen Pause vor den bekannten Glaspyramiden machten wir uns auf zu den Katakomben. Dank der langfristigen Voranmeldung als Gruppe konnten wir die endlosen Warteschlangen einfach ignorieren und stiegen tief hinab ins „Reich der Toten“, wie es auf dem Stein über dem Eingang zu lesen war. Der Besuch des unterirdischen Tunnel- und Höhlensystems, in dem die Schädel und Gebeine der Toten früherer Jahrhunderte lagern, ist ein Erlebnis für sich und unterstreicht den Charakter von Paris als Stadt der Kontraste. Zur Abrundung des Tages stand nach dem Abendessen noch ein kleiner Street Art-Rundgang durch das Marais auf dem Programm. Die beiden Seminarteilnehmer, die sich auf dieses Thema spezialisiert hatten, stellten uns eine Reihe eindrucksvoller Werke und die verwendeten Techniken vor. Der Zufall wollte es, dass wir sogar drei Künstler während ihrer Arbeit überraschten und die Gelegenheit hatten, mit ihnen ein spontanes Interview zu führen. Ein echtes Highlight am Ende des Tages!
Am Donnerstag starteten wir geführt von zwei Experten mit einer kulinarischen Entdeckungsreise durch das Marais und dem Besuch des Wochenmarktes Marché Bastille, wo wir uns perfekt fürs Picknick eindecken konnten. Von dort aus zogen wir los in Richtung Ile de la Cité. Angesichts der erschreckend langen Schlange vor Notre Dame beschränkten wir uns auf die Besichtigung der weltberühmten Kathedrale von außen. Anschließend stöberten wir begeistert in der faszinierenden Buchhandlung Shakespeare and Company, die einst Joyce Ulysses als erstes verlegte, nach Büchern. Für die Radfans unter uns kam nun das Highlight des Tages: eine geführte Radtour mit den vélib-Leihfahrrädern quer durch das Quartier Latin, hinauf zum Jardin du Luxembourg, vorbei am Panthéon und über den Jardin des Plantes zurück zur Place de la Bastille. Weil aber nun nicht jeder Lust hatte in die Pedale zu treten, machte sich gleichzeitig eine Gruppe zu Fuß auf zum Jardin du Luxembourg, in dem wir uns wieder alle trafen. Dort hatten wir sogar das Glück, auf Nachfrage von Frau Schmid eine Liegewiese extra eröffnet zu bekommen, was wir auch sofort ausnutzen und genussvoll picknickten oder uns einfach nur entspannten. Den restlichen Tag gestaltete jeder für sich, wobei manche den Rest der Radtour bestritten und den Jardin des Plantes und den Teesalon der Großen Pariser Moschee besuchten, während andere sich abends auf Empfehlung von Frau Schmid zum food market de Belleville, dem größten Streetfood-Markt von Paris, der einmal pro Monat an einem Donnerstag aufgebaut wird, aufmachten – eine einmalige Gelegenheit, sich unter die Pariser zu mischen!
Am nächsten Morgen wurde dann wehmütig gepackt, denn mit einem Besuch des Musée Picasso ging diese eindrucksvolle Reise leider nun doch zu Ende. Mit dem TGV fuhren wir zurück nach München und von dort aus – wie sollte es auch anders sein – mit ein wenig Verzögerung aufgrund technischer Probleme der Deutschen Bahn zurück nach Hause. Alles in allem kann man wirklich nur sagen, dass die Reise ein voller Erfolg war, was mit Sicherheit vor allem unserer Kursleiterin Frau Schmid und Herrn Köpf zu verdanken ist. Egal ob externer Teilnehmer oder P-Seminar-Fahrer, wir alle haben jetzt so viel zu erzählen, dass dieser Artikel wirklich nur einen groben Überblick bietet, doch wer sich noch mehr informieren möchte, kann ja in unserem Reiseführer schmökern und sich inspirieren lassen (online verfügbar zum Hineinschnuppern auf der Homepage des Siemens – oder als gedruckte Fassung zum Ausleihen bei uns oder Frau Schmid / der Fachschaft Französisch)!
Romana Korger, Q 12

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