Il est cinq heures, Paris s'éveille

Das P-Seminar Paris, zwischen Großstadt, Kultur und Geschichte

Um vier Uhr morgens noch etwas verschlafen in Regensburg, mittags hellwach und aufgeregt in Paris und dann geht es auch schon direkt zu unserer Jugendherberge (MIJE) nahe der Ile Saint Louis.

Von dort aus zieht es uns zu der von Hector Guimard im Jugendstil entworfenen Synagoge, und dann weiter in die Rue des Rosiers, im Herzen von Marais, mit ihren koscheren Bäckereien und Falafel-Restaurants. Das Marais ist eines der wohl vielfältigsten Stadtteile von Paris, mit seiner überall sichtbaren Street Art und den von Regenbogenfahnen flankierten Zebrastreifen. Wir lassen uns treiben und stehen plötzlich vor dem Centre Georges Pompidou, um von ganz oben in den gläsernen Röhren einen ersten Ausblick über Paris und vor allem auf den Eiffelturm zu genießen.

Laut hupende Autos, wehende Fahnenmeere und Tausende vom WM Sieg berauschte Fußballfans lassen uns den Besuch des Arc de Triomphe auf das Ende der Woche verschieben, stellen jedoch für sich eine Kuriosität dar.
Stattdessen gehen wir, mit einem köstlichen Eis von Berthillon in der Hand, am ersten Abend über die Seine-Inseln zur Kathedrale Notre-Dame de Paris im Herzen der Ile de la Cité. Straßenmusik erklingt in unseren Ohren.

In den nächsten Tagen schlendern wir mit dem einen oder anderen Baguette unter dem Arm vorbei an den Bouquinisten entlang der Seine und besuchen das Centre du Monde Arabe. An der südlichen Fassade wird der Einfall des Sonnenlichts durch tausende Irisblenden hinter der Glasfassade reguliert, die sich computergesteuert stufenlos öffnen und schließen.
Wir erhalten eine Führung durch die Grande Mosquée sowie dem in ihr gelegenen prächtigen Garten. Anschließend fahren wir zu den Galéries Lafayette von deren Dachterrasse man einen atemberaubenden Blick direkt auf die Opéra Garnier genießen darf.

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Dem Passantenstrom folgend, missachten wir die eine oder andere rote Ampel und stehen plötzlich vor der englischen Buchhandlung Shakespeare and Company, um anschließend den Louvre zu besuchen und bei einer Bootsfahrt auf der Seine teilzunehmen. Und das alles bei herrlichstem Wetter.

Die Métro geleitet uns zum Arc de Triomphe, von dessen Aussichtsplattform man die Champs Elysées bestaunen kann, die wohl ab und zu von Pariser*innen mit der von ihnen bekannten Modestität, als schönste Sichtachse der Welt bezeichnet wird.

Gleichwohl sind wir auch auf die historischen Gegebenheiten bedacht. Gerade weil wir in dem traditionell jüdischen Viertel von Paris wohnen, sprechen wir ausführlich über den Massenmord im Vélodrome d’Hiver (1942) und den deutsch-französischen Beziehungen auch in der dunkelsten Zeit ihrer gemeinsamen Geschichte. In einer kleinen Gruppe besuchen wir die zentrale Gedenkstätte der Shoah in Paris: Ein beeindruckendes Gebäude von ungeahnter Größe, das einem die Sprache verschlägt.

Tags darauf läuft uns schon wieder ein kalter Schauer über den Rücken als wir die teilweise als Museum zugänglichen Katakomben von Paris besuchen: Ein makabrer Spaziergang vorbei an Millionen von Gebeinen, fein säuberlich aufgestapelt links und rechts des Weges.
An einem wunderschönen lauen Abend in der Dämmerung erklimmen wir zusammen den Montmartre und betrachten, nach einem Besuch der Sacré Coeur und einem Blick auf das Sinking House, die Lichter von Paris während es langsam dunkler wird.

Paris ton charme est légendaire.

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Als Teilnehmende dieser großartigen Reise ist es wichtig, Frau Kopp und Herrn Hess zu danken, dank derer exzellenten Ortskunde, Fachwissen und bon état d’esprit sowie einem gleichwohl guten Zeitmanagement, wir viel gesehen und erlebt haben, immer Rat einholen konnten, jedoch auch genug frei zur Verfügung stehende Zeit hatten und dank derer die Reise so unglaublich interessant, herzlich und vielseitig wurde.

Richard Elrod Q12